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Deutsche und russische Jugend engagieren sich gemeinsam für die Landwirtschaft

Auf der Internationalen Ausstellung «Grüne Woche 2010», die vom 15. bis 24. Januar in Berlin stattfindet, kam es zu einem Treffen zwischen leitenden Funktionären der Landjugendverbände Deutschlands und Russlands.

Im Rahmen des Grüne-Woche-Programms wurden vom 16. bis 18. Januar diverse Jugendveranstaltungen durchgeführt: ein Jugendforum, ein Kongress von jungen Landwirten, ein offizielles Treffen führender Köpfe der einzelnen Landjugendverbände, ein gemeinsamer Ausstellungrundgang. Deren Veranstalter waren Bund der Deutschen Landjugend (BDL) und Deutscher Bauernverband.

Eine Einladung zur «Grünen Woche der Jugend» erhielt die Vorsitzende des Landjugend-Verbands Russlands Olga Platoschina. In Berlin traf sie sich mit ihren deutschen Mitstreitern Magdalena Kliver und Gunther Hiestand. Beide sind Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend. Die Vorsitzführung durch Vertreter beider Geschlechter, d.h. die Einhaltung des Gendergleichgewichts, gehört mit zu den Traditionen des deutschen Verbandes. Die Organisation besteht bereits seit über 60 Jahren. BDL-Landesverbände wurden beinahe in allen Bundesländern gegründet. Der Bund der Deutschen Landjugend hat vier Arbeitsschwerpunkte: die Ausbildung von Fachkräften für die Agrarindustrie-Branche, die Propagierung der Prestigeträchtigkeit des Lebens auf dem Lande und der Tätigkeit des eigenen Verbandes («Immer mehr einbeziehen»), die Vermittlung landwirtschaftlicher Kenntnisse an die Schüler sowie die Entwicklung ländlicher Gebiete.

Die Einbeziehung der Jugend in die Landwirtschaft ist eine Schwerpunktrichtung. In diesem Bereich werden von der deutschen Landjugend Programme realisiert, bei deren Umsetzung und Finanzierung das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und der Deutsche Bauernverband Hilfe leisten.

Der am 18. Januar durchgeführte Kongress der jungen Landwirte war dem Thema gewidmet «Wie sehen die Nachwuchsfachkräfte die weitere Entwicklung des Agrarmarktes. Was passiert mit den Preisen, Märkten und Verbrauchern?». Dort wurden Prognosen gemacht sowie die Märkte und die Entwicklung der Preise für deutsche Agrargüter analysiert. Die Experten rieten den jungen Leuten, die ins Agrargeschäft einsteigen möchten, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie der hohen Konkurrenz gewachsen sind.

Die RSSM-Vorsitzende Olga Platoschina:

— Am gleichen Tag haben wir uns mit den Leitern des Bundes der Deutschen Landjugend Magdalena Kliver und Gunther Hiestand getroffen. Die beiden erzählten uns über den eigenen Verband, dessen Aktivitäten und Programme. Die Ziele und Aufgaben unserer Organisationen sind ähnlich. Der deutsche Verband ebenso wie der russische unterstützt die Jugendlichen in ländlichen Gebieten, popularisiert die Lebensweise auf dem Lande. Magdalena und Gunther erzählten über die Programme, die von BDL umgesetzt werden. Eins davon heißt «Wir r die rfer». Die deutschen Landeinwohner müssen binnen 27 bzw. 54 Stunden etwas Gutes tun, zum Beispiel Bauten reparieren oder das anliegende Territorium schöner gestalten. Am Programm haben 25.000Menschen teilgenommen. Der Verband hat einen Wettbewerb von Sozialprojekten veranstaltet. Als Sieger wurde ein Theateraufführungs-Projekt geehrt: Jugendliche vom Land haben eine Aufführung vorbereitet, selber Dekorationen und Kostüme gemacht. Die Aufführung «Liesa und Telefonzelle» haben wir uns im Internationalen Kongress-Center angeschaut, wo alle Jugendveranstaltungen konzentriert waren. Ich bewunderte die Gestaltung der hne. Schwer zu glauben, dass es keine Profidekorateure gewesen sind, die das Ganze gestaltet haben.

An der «Grünen Woche der Jungend» haben Studierende der Russischen Landwirtschaftsakademie (RGAU – MSHA) „K.A.Timirjasew“ teilgenommen, die ihr Studium in Deutschland absolvieren.

Am 18. Januar gab es einen gemeinsamen Messerundgang.

— Der Bund der Deutschen Landjugend hat Ausstellungen gleich zu mehreren Themen vorbereitet, – so Olga Platoschina. Auf der Grünen Woche wurde das Programm «Engagement für die Landwirtschaft» präsentiert. BDL gibt seinen Programmen stets markante und auffällige Namen, die sofort auf sich aufmerksam machen. Das Wesen des Programms ist die Auswahl von schönsten jungen Studierenden, die Agrarfächer studieren. Anschließend wird deren Foto bei der Erstellung von Druckerzeugnissen genutzt, die für die Landwirtschaft werben. Darüber hinaus können die Wettbewerbssieger an verschiedenen Aktionen des BDL-Verbandes teilnehmen.

Am 18. Januar abends fand der traditionelle Landjugend-Ball statt, zu dem Jugendliche aus allen Bundesländern kamen. Ca. 7.000 Jungen und Mädchen tanzten moderne und Volkstänze, unterhielten und amüsierten sich. Auf diese Weise haben sie den letzten Tag der «Grünen Woche der Jugend» gefeiert.

Viele kamen in ihren Volktrachten. Man konnte Vertreter von Westfalen, Bayern, Niedersachsen, Brandenburg, Bremen und anderen Ländern sehen, – setzt Olga Platoschina ihre Erzählung über den Deutschlandbesuch fort. – Angenehm überrascht hat uns, dass die Jugend die Traditionen so behutsam bewahrt. Die Jungs und Mädels haben Volkstänze gerne zum besten gegeben. Die deutschen Jugendlichen reden mit Stolz davon, dass sie auf dem Lande leben und Landwirtschaft betreiben.

Auf der Grünen Woche haben die Leiter des Deutschen und des Russischen Landjugend-Verbandes sich über die gemeinsame Aktivitäten geeinigt. Olga Platoschina hat Magdalen Kliver und Gunther Hiestand eingeladen, in Februar dieses Jahres nach Moskau zu kommen.