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Erste wertvolle Erfahrung des Russischen Landjugendverbandes in Deutschland

Im Zeitraum vom 8. bis zum 14. August fand in Deutschland ein Studienaufenthalt des Russischen Landjugendverbandes statt, organisiert durch das Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz „Deutsch-Russischer agrarpolitischer Dialog“.

Das Ziel des Studienaufenthaltes in Deutschland war die Stärkung und Entwicklung partnerschaftlicher Beziehungen und der Erfahrungsaustausch in Bezug auf die wichtigsten Tätigkeitsbereiche der deutschen und russischen Landjugend.

Die Delegation des RSSM leitete Frau Olga Platoschina, die Vorsitzende des russischen Landjugendverbandes RSSM, zu den Teilnehmern zählten die Leiter einiger regionalen Vertretungen des RSSM.

Am ersten Tag des Aufenthaltes in Deutschland machten sich die Delegationsteilnehmer mit der Tätigkeit der Heimvolkshochschule am Seddiner See bekannt, Russland verfügt vorläufig leider über keine ähnlichen Bildungseinrichtungen.

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Der nächste Tag des Studienaufenthaltes wurde durch eine lebhafte Diskussion im Rahmen des Forums „Zur Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume in Deutschland und in Brandenburg“ geprägt. Herr Dr. Rainer Gießübel, stellvertretender Abteilungsleiter des Referats „Grundsatzangelegenheiten und Nachwachsende Rohstoffe“ im BMELV berichtete in seiner Präsentation über die Tendenzen der Entwicklung des Agrarsektors in Deutschland und der EU. Erstaunende Erkenntnisse für die RSSM-Vertreter war die Abhängigkeit Deutschlands von den in Brüssel getroffenen Entscheidungen und Verordnungen, sowie über die Höhe der staatlichen Subventionen für ein Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Viele Fragen wurden an den deutschen Experten zum Thema „Preisbildung für Milch und Milchprodukte“ gestellt.

Interessant und locker verlief das Treffen im Landtag des Landes Brandenburg mit der Abgeordneten Frau Kornelia Wehlan (Die Linke) und dem Abgeordneten Herr Udo Folgart (SPD).

Am dritten Tag fand ein produktives Gespräch zwischen der Landjugend beider Länder statt, dessen Ziel der Erfahrungsaustausch in Bezug auf die Umsetzung der beiden Projekte war. Interessant ist die Tatsache, dass die Herausforderungen der Landjugend beider Länder ähnlich sind, die Wege zur Lösungen dieser Herausforderungen sich jedoch sehr unterscheiden. Neben den staatlichen föderalen und regionalen Programmen in Deutschland und in Russland (Ausbildung im Agrarsektor, Entwicklung der ländlichen Räume, Bereitstellung von Wohnraum für junge Fachkräfte -in Deutschland gefördert durch staatliche Zuschüsse für die Sanierung alter Häuser), zielt die deutsche Landjugend durch sogenannte LAGs (lokale Aktionsgruppen) auf die Einbeziehung eines immer mehr größeren Anteils der ländlichen Bevölkerung an den Aktivitäten dieser LAGs, die zur Verbesserung in der jeweiligen Region führen.

Dadurch wird das größte Ziel des Bundes der Deutschen Landjugend erreicht – eine höhere Motivation und größeres Engagement der ländlichen Bevölkerung , sowie mehr Verantwortung für die eigene Heimatregion.

Die Besuche einiger landwirtschaftlicher Unternehmen, darunter auch Familienbetriebe, in Niedersachsen und Brandenburg machten den immer noch vorhandenen, historisch bedingten Unterschied zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland deutlich.

Wichtig ist, dass das Gehalt junger Fachkräfte in der Landwirtschaft im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland wie auch in Russland niedriger ist. Deswegen ist der ungedeckte Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in beiden Ländern ein großes Problem.

Am 13. August besuchten die Delegationsteilnehmer das Zentralbüro des Bundes der Deutschen Landjugend in Berlin. Das Treffen war warmherzig und produktiv, im Ergebnis des Gesprächs unterschrieben Herr Gunther Hiestand (BDL-Vorsitzender) und Frau Olga Platoschina (RSSM-Vorsitzende) einen Brief, der an die Landwirtschaftsministerinnen beider Länder gerichtet ist, mit der Bitte um die Unterstützung bei der Entwicklung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen dem Bund der Deutschen Landjugend und dem Russischen Landjugendverband.

Der Anfang ist gemacht. Die Deutsche und russische Landjugend ist bereit am Gesamtziel zu arbeiten: gute Bedingungen für das Arbeiten und Leben auf dem Dorf zu schaffen.