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EU-Agrarreform: Die GAP ab 2023 im Überblick

Bis zum neuen Jahr kann es also noch zu kleineren Änderungen an den GAP-Verordnungen kommen. Schon jetzt ist klar: Die Basisprämie wird auch ab 2023 den größten Anteil an der För­derung ausmachen. In Deutschland können Landwirte dann mit einer Basisprämie in Höhe von 150 – 160 €/ha rechnen. Wer Prämienempfänger bleiben will, muss künftig mehr für Umwelt- und Klimaschutz tun als bisher. Unter dem Schirm der „erweiterten Konditiona­lität“ fasst die EU ab 2023 die Auflagen der Cross Compliance und des Greenings zusammen und geht an einigen Stellen über sie hinaus.

Unter anderem sollen Landwirte 4 % ihrer Ackerflächen als nichtproduktive Flächen vorhalten. Das heißt: Sie müssen Flächen stilllegen. Landschaftselemente können sie anrechnen lassen. Darüber hinaus dürfen Landwirte auch künftig kein umweltsensibles Dauergrünland umbrechen. Ausgenommen sind Landwirte, deren Betriebsfläche zu mehr als 75 aus Dauergrünland besteht oder zur Produktion von Ackerfutter dient. Auch Betriebe mit einer Betriebsfläche, die kleiner als 10 ha ist, fallen nicht unter die Stilllegung.

Zusätzlich gilt eine Mindestbodenbedeckung von Ackerflächen im Winter. Weiterhin gilt ab 2023 ein verpflichtender Fruchtwechsel auf Ackerflächen. Ausgenommen sind Betriebe mit weniger als 10 ha Ackerland und Landwirte mit mehr als 75 % Grünlandanteil sowie einer Ackerfläche von weniger als 50 ha. Auf höchstens der Hälfte des Ackerlands eines Betriebes kann ein Fruchtwechsel auch durch den Anbau einer Zwischenfrucht oder die Begrünung infolge einer Untersaat in einer Hauptkultur erbracht werden.

Entlang von Gewässern sind Landwirte dazu verpflichtet, 3 m breite Pufferstreifen anzulegen, auf denen sie keine Pflanzenschutz- oder Düngemittel ausbringen dürfen. Für gewässerreiche Regionen sind Ausnahmen im Gespräch. Da, wo Randstreifen durch die Dünge- oder der Pflanzenschutzverordnung vorgeschrieben sind, bleiben diese erhalten.

Für Landwirte, die Weidetiere halten, gibt es künftig gekoppelte Prämien für Mutterkühe, -schafe und -ziegen. Pro Mutterkuh setzt das Landwirtschaftsministerium rund 78 € für das An­tragsjahr 2023 an. Für Mutterschafe und -ziegen gibt es pro Tier gut 35 €. Im Gegensatz zur Basisprämie wächst die Junglandwirteförderung deutlich. Die EU macht den Mitgliedstaaten die Vorgabe, 3 % der Mittel aus der ersten Säule für Junglandwirte zur Verfügung zu stellen. Das resultiert in einer Prämie von ca. 115 €/ha für maximal 120 ha für Landwirte unter 40 Jahren.

Quelle: Website TopAgrar https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/eu-agrarreform-die-gap-ab-2023-im-ueberblick-12763397.html