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Aus- und Weiterbildung im Agrarsektor: Probleme, Tendenzen, Perspektiven

An der Diskussion beteiligten sich Abgeordnete, Mitglieder des Föderationsrates, Experten des russischen Landwirtschaftsministeriums sowie des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Vertreter des deutschen Bauernverbandes, regionale Entscheidungsträger, Vertreter der Russischen Akademie der landwirtschaftlichen Wissenschaften, Leiter von wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Geschäftsführer von landwirtschaftlichen Unternehmen.

Gerasimova Nadezhda, stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma eröffnete und führte die parlamentarische Anhörung.

In Ihrem Gruβwort betonte sie, dass die gut ausgebildeten Fachkräfte für das Management im modernen Agrarsektor die bedeutentste Rolle spielen.

Die stellvertretende Vorsitzende der Staatsduma benannte einige Herausforderungen der Ausbildung im Agrarsektor, die wesentlichen darunter sind die Arbeitskräfte im ländlichen Raum zu halten und das niedrige Ausbildungsniveau.

Der Vorsitzende des Agrarausschusses der Staatsduma, Denissov Valentin hob hervor, dass es dem russischen Agrarsektor an 80.000 ausgebildeten Fachleuten mangelt. Die Anforderungen an die Ausbilder sind wesentlich erhöht worden. Valentin Denissov wies auf die Notwendigkeit hin, das Fernstudium an den Agraruniversitäten zu erhalten.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft der Staatsduma, Balychin Grigorij benannte 3 Hauptprobleme der Ausbildung im Agrarsektor:

Erstens ist die vorhandene Ausstattung der wissenschaftlichen Einrichtungen nicht ausreichend. Das zweite Problem sich nach seiner Aussage die fehlenden sozialen und wirtschaftlichen Anreize für die Ausbildung junger Fachleute im ländlichen Raum. Die dritte Herausforderung ist fehlende Aufmerksamkeit an den Problemen der Ausbildung seitens der Subjekte der Russichen Föderation und der Agrarwirtschaft.

Nach der Meinung von Alexander Petrikov, dem Staatssekretär und stellvertretenden Landwirtschaftsminister soll man effizienter am Bedarf der Fachleute, an der Planung der Immatrikulationszahlen an den Hochschulen und an der Ausarbeitung neuer Standards für die Fachrichtungen arbeiten.

Das Problem der Erneuerung von der Ausstattung der Hochschulene erläuternd, berichtete der Staatssekretär, dass die Abnutzung der vorhandenen Ausstattung 70% betrage. Für die staatlichen Subventionen, die dem Landwirtschaftsministerium für die nächste Planungsperode bereitgestellt wurden, kann man nur ein Viertel der veralteten Ausstattung ersetzen.

Brigitte Roggendorf, Referatsleiterin 414, BMELV berichtete über das System der beruflichen Bildung in Deutschland. Hans-Benno Wichert, Bildungsbeauftragter des DBV sowie Betriebsleiter eines landwirtschaftlichen Unternehmens wies auf die Effizienz des deutschen Bildungssystems (nicht zuletzt) dank seiner Dualität hin. Er erzählte, dass in Deutschland ein gewisses Defizit an ausgebildeten Fachleuten im Agrarsektor besteht und dass sich viele Organisationen sehr engagiert für die Schaffung von attraktiven Rahmenbedingungen für Arbeitskräfte im ländlichen Raum einsetzen.

Interessant und sehr emotional war der Kurzbeitrag von Tatjana Gubina, stellvertretende Generaldirektorin der Unternehmensgruppe „Malino OAO“.

Nach ihren Worten „benötigen wir keine Theoretiker unter den Absolventen der Hochschulen, sondern Praktiker. Es ist wichtig, das Image des Dorfes sowie der Arbeitskräfte im Agrarsektors der ländlichen Räume zu steigern“.

Nach den Ergebnissen der Anhörung wurden die Empfehlungen an die Staatsduma, an die Regierung, an das Landwirtschaftsministerium sowie das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, an die regionale Entscheidungsträger sowie wissenschaftliche Einrichtungen im Agrarsektor weitergeleitet.