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Allrussische Konferenz in Uljanowsk

Am 14. Oktober fand an der Staatlichen landwirtschaftlichen Akademie Uljanowsk ein Seminar statt, das zugleich auch eine Beratung zum Thema „Untermauerung der beständigen Entwicklung ländlicher Bereiche durch Gesetze“ war. Diese Veranstaltung wurde vom Ausschuss der Staatlichen Duma der RF für Agrarfragen und von der Regierung des Gebietes Uljanowskaja organisiert.

Zu den Teilnehmern gehörten Abgeordnete der Staatlichen Duma der RF, Mitglieder des Rates der Föderation, Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, der Russischen Akademie der Landwirtschaft, der legislativen und exekutiven Organe der meisten Subjekte des Föderalen Bezirks der Wolga-Region, Leiter der Agrarbetriebe, Finanzinstitute, Branchenverbände und –vereinigungen, der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Organisationen sowie Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Deutschlands.

Die Bedeutsamkeit dieser Veranstaltung betonte in seiner Ansprache der Gouverneur des Gebietes Uljanowskaja Sergej Morosow, der auf die Notwendigkeit verwies, bei Maßnahmen zur beständigen Entwicklung ländlicher Territorien, die gegenwärtig im Rahmen des föderalen Zielprogramms „Soziale Entwicklung ländlicher Räume bis zum Jahr 2012“ durchgeführt werden, nicht nachzulassen.

Sergej Morosow verwies auch darauf, dass trotz der schwierigen ökonomischen Bedingungen der letzten Jahre und der Steigerung der Abgangsseiten der Haushalte der rote Bleistift kein einziges Mal an die Umfänge der Ko-Finanzierung der Maßnahmen dieses Programms angesetzt wurde. „Das Gebiet Uljanowskaja wird sich auch weiterhin aktiv an der Verwirklichung des föderalen Zielprogramms „Soziale Entwicklung ländlicher Räume bis zum Jahr 2012“ beteiligen. Im Haushalt der Oblast für den Zeitraum 2011 - 2013 werden erforderliche Mittel für die Ko-Finanzierung der Maßnahmen dieses Programms vorgesehen“ – teilte der Leiter der Region mit.

Die Teilnehmer des Seminars erörterten den Entwurf der Konzeption der beständigen Entwicklung ländlicher Territorien der Russischen Föderation, der vom Ministerium für Landwirtschaft der RF erarbeitet wurde.

Das Ziel der Konzeption besteht in der Bestimmung der Kernprobleme der Entwicklung ländlichen Räume und Schritte vom sozialökonomischen, rechtlichen und administrativ-verwaltungstechnischen Charakter, die auf ihre Lösung sowie darauf gerichtet sind, dass ländliche Bereiche ein qualitativ neues Entwicklungsniveau erreichen, das eine ausgewogene Komplexlösung ökonomischer, sozialer und ökologischer Aufgaben unter Beibehaltung der Naturressourcen und des kulturgeschichtlichen Potentials ländlicher Räume für heutige und künftige Generationen ermöglicht.

Ein anschauliches Beispiel dessen, wie die Einwohner selber Einfluss auf die Regionalentwicklung nehmen können, wurde von Dr. Sabine Weizenegger angeführt. Sie berichtete über das LEADER-Programm, das in Deutschland realisiert wird. Das Wesen des Programm ist einfach und der Ansatz lautet: aktive unmittelbare Partizipation der Menschen selber. Lokal werden Arbeitsgruppen gebildet. Die Einwohner legen ihre Vorschläge und Anregungen vor, erarbeiten Projekte, die an konkrete Ortschaften angepasst sind. Für konkrete Projekte gibt es konkrete Investitionen.

„Möglicherweise würde manch Fachmann sagen, diese Projekte seien gewissermaßen primitiv, aber wenn sie erstellt werden, sammeln die Menschen Erfahrungen, die es ihnen ermöglichen, viel kompliziertere Ideen zu entwickeln“ – sagte Dr. Weizenegger gegenüber dem Korrespondenten der „Rossijskaja Gaseta“.

Vom Gebiet Uljanowskaja wird an seinem eigenen originellen Projekt gearbeitet. Im Rayon Nowomalyklinskij wurde auf einer grünen Wiese ein Neues Dorf – „Nowaja Derewnja“ – erbaut. Investoren bieten den Fachleuten mit Hochschulbildung komplett eingerichtete Wohnhäuser (mit Möbeln und Haushaltstechnik), Minifarmen und einen sozialen Bereich an, der von manchen Stadteinwohnern beneidet werden könnte. Es wird geplant, dass in „Nowaja Derewnja“ Schule, Kindergarten, Fitness-Center, Freizeitgestaltungskomplex und Swimmingpool funktionieren. Nachdem der Spezialist hier zehn Jahr Arbeit hinter sich bringt, geht der Wohnraum in sein Eigentum über. Momentan herrscht in der Region keine einheitliche Meinung über dieses Projekt, Dorfeinwohner vertrauen nur sehr schwach auf die Wohltätigkeit der Behörden. Nichtsdestotrotz wurde das „Nowaja Derewnja“ als ein Durchbruchsprojekt proklamiert.

Am 9. November findet im Gebäude der Staatlichen Duma ein Hearing zum Thema „Berufsbildung und Modernisierung Russlands: legislative Aspekte“ statt.

An der Anhörung werden sich Abgeordnete der Staatlichen Duma der RF, Mitglieder des Rates der Föderation, Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation, Experten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Deutschlands sowie Vertreter der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Organisation beteiligen.