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Podiumsdiskussion: Russland auf dem Weltmarkt der Ökoproduktion

Auf Einladung des russischen Landwirtschaftsministeriums nahm der APD an einer Paneldiskussion zum Thema „Ökologischer Landbau in Russland und der zukünftigen Rolle Russlands auf dem Weltmarkt“ am 7. Oktober im Rahmen der Messe „Goldener Herbst“ in Moskau teil. Nach einer herzlichen Begrüßung und Einführung durch Herrn Vizeminister Uwajdow folgten Vorträge und Statements zur aktuellen Entwicklung des ökologischen Landbaus von Herrn Protassow, dem Leiter von RusQuality, Herrn Krasnov, dem Leiter der föderalen Agentur für Export, Herr Arutjunjan, Abteilungsleiter für Agrarpolitik der Eurasischen Union. Online mit Beiträgen zugeschaltet wurden Frau Lüttikholt, IFOAM, sowie der Verband Feder Bio aus Italien. Interessante Beiträge aus Sicht der Verbände und Unternehmen kamen von Herrn Kaletkin (Präsident Agrivera, Gründungsmitglied des Nationalen Verbands für Ökolandbau Russlands) und Herrn Korschunow, Vorsitzender der Vereinigung ökologischer Landwirte sowie weiteren erfolgreichen Unternehmen. Es wurde festgestellt, dass sich der ökologische Landbau in Russland sehr positiv entwickelt hat und sowohl der Binnenmerkt als auch der Export weiter ein großes Potential eröffnet. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen entwickeln sich und bieten einen ersten Rahmen für die Zertifizierung und Vermarktung von Produkten aus ökologischer Erzeugung mit einem russischen Ökosiegel. Es geht nun darum, die Vorgaben in der Praxis der Zertifizierung und auf den Betrieben umzusetzen, die Aus- und Weiterbildung zu stärken und den Ökolandbau weiter zu fördern. Die nächsten Schritte werden der Aufbau von Vertrauen zu den Verbrauchern, aber auch zu Zielmärkten im Export sein. Hierzu gab Herr Amersdorffer, Projektleiter des APD, einen Einblick in mögliche Entwicklungen des Marktes für Ökoprodukte in der EU und spezielle Ansprüche der Verbraucher bzw. des Handels. Auch grundsätzliche Anforderungen an eine prozessorientierte Zertifizierung von Produktion, Logistik und Inverkehrbringung ökologischer Produkte stellte er dar und betonte, dass ein funktionierender Handel mit Ökoprodukten ganz besonders auf gegenseitiges Vertrauen und größtmögliche Transparenz angewiesen sei. Der Agrarpolitische Dialog begleitet seit vielen Jahren die Entwicklung der Rahmenbedingungen für den Ökolandbau in Russland – welche weitgehend dem Vorbild der EU folgen und auf eine internationale Harmonisierung abzielen. Im Rahmen der Veranstaltung sprachen

Der deutsche bzw. europäische Markt mit seiner hohen Nachfrage nach ökologischen Produkten bietet für Russland zahlreiche Exportmöglichkeiten. Diese konzentrieren sich nicht mehr nur auf Rohstoffe für die Weiterverarbeitung, sondern auch auf Produkte mit hoher Verarbeitungsintensität, z.B. Tiefkühlprodukte, die in Russland hergestellt werden können, sowie auf speziell für Russland interessante Nischenprodukte z.B. aus der Wildsammlung.

Zum Thema „Import von Bio-Produkten in die Europäische Union“ wird in Kürze ein Informationsmaterial des APD veröffentlich.

Weiterhin wurde im Rahmen des Goldenen Herbsts ein Atlas zur Vorstellung von Spezialitäten aus ökologischer Produktion seitens des Landwirtschaftsministeriums vorgestellt.