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Workshop zum Thema „Überbetrieblicher Maschineneinsatz“

Als ein weiterer Workshop der Kooperation des Deutschen Bauernverband und des Russischen Bauernverbands AKKOR im Rahmen des Deutsch - Russischen Agrarpolitischen Dialog fand am 25. Juni die Veranstaltung "Überbetrieblicher Maschineneinsatz" statt.

Frau Baschmatschnikova (AKKOR) begrüßte die Teilnehmer und dankte allen Kooperationspartnern für die Ermöglichung der Veranstaltung zum Thema Kooperation - einem Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Entwicklung von KKMU im ländlichen Raum.

Experte des Projektes Herr Schaps betonte die Bedeutung der Mechanisierung in der Landwirtschaft und besonders heute für die Umsetzung einer nachhaltigen und umweltbetonten Agrarpolitik in der Europäischen Union.

Mit 7 MRD Euro jährlichen Abschreibungen für Landtechnik zzgl. Wartung und Reparatur nimmt die Landtechnik einen wichtigen Posten in den Ausgaben der Betriebe ein, d.h. entsprechend müssen für diesen Bereich effiziente Strategien gefunden werden.

Kooperation kann Risiken mindern indem die gemeinsame Schlagkraft der technischen Ausstattung deutlich erhöht wird. Ein geringerer Kostendruck und Liquidität und die letztendlich effizientere Nutzung der Maschinen (u.a. Spezialtechnik) trägt zur Überlebensfähigkeit der Betriebe bei.

Besonders Träger von Innovation und Nachhaltigkeit, darunter auch die Lohnunternehmer (Anbieter von überbetrieblicher Technik) werden durch Förderkredite unterstützt.

Herr Erwin Ballis und Oxana Biketova, der Maschinenring GmbH, stellten das Unternehmen und den Gedanken der Gemeinschaftlichen Nutzung von Technik in der Landwirtschaft vor. Die Kooperation in Form des überbetrieblichen Maschinen und Personaleinsatzes (Betriebshilfe, ca. 5000 Personen pro Tag) stellt im Hinblick auf den Strukturwandel einen entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe dar. Für den Erfolg des Modells dieser Kooperation ist das gemeinsame Engagement in Vereinen und das resultierende Zusammengehörigkeitsgefühl. Moderne und effiziente Spezialmaschinen wie z.B. Maschinen für die Zuckerrübenernte oder andere Spezialtechnik können auf diesem Wege auch von kleineren Betriebe wie sie in Deutschland existieren effizient genutzt werden. Die Zahl der Mitglieder beträgt ca. 1000 Mitglieder pro Geschäftsstelle mit 3 - 20 Mitarbeitern. Die Tätigkeitsbereiche umfassen auch gewerbliche Tätigkeiten in Bereichen der regenerativen Energiewirtschaft oder auch kommunale Aufgaben wie den Winterdienst.

Der Maschinenring kann auch mit "größeren" Geschäftspartnern wie z.B. landesweit operierenden Ketten des Lebensmitteleinzelhandels in Verhandlungen treten und für die Mitglieder lukrative Verträge anschließen, darüber hinaus bietet der Maschinenring eine Zeitschrift, Informationsmaterialien und Weiterbildungsmöglichkeiten an und versteht sich als Dienstleister in der Digitalisierung.

Herr Dr. Matthes, Bundesverband der Lohnunternehmen, erklärte die Stärken der Kooperation bei den Dienstleistungen mit Maschinen (Kosten, Effizienz, Qualifikation, Arbeitsspitzen, Ermöglichung von Investitionen in effiziente und moderne Technik, Bereitstellung von Daten u.a. für die Rückverfolgbarkeit) sowie die Tätigkeitsbereiche der Lohnunternehmen. Ca. 4,3 Mrd. Euro Umsatz der Lohnunternehmen in Deutschland werden durch Dienstleistungen land- wirtschaftlicher Betriebe erwirtschaftet. Der Marktanteil von 85% zeigt, dass die große Mehrheit der Betriebe in Deutschland überbetriebliche Dienstleistungen in Anspruch nimmt.

Die Preis - Kosten Schere (geringere Preise bei steigenden Kosten) zwingt die landwirtschaftlichen Betriebe aller Größen auch zu einer zunehmend effizienten Bewirtschaftung - die sich u.a. durch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen erreichen lässt. Der Bundesverband, wo Herr Matthes Geschäftsführer ist, unterstützt seine Mitglieder in rechtlichen Frage, durch Weiterbildung etc.

Für die Zukunft erwartet Herr Matthes in Deutschland eine Zunahme der Betriebsgröße und eine starke Professionalisierung der Landwirte und entsprechend auch für die Dienstleister. So werden beispielsweise gesamte Arbeitsgänge oder sogar Betriebszweige an Dienstleister übertragen.

Fragen der Teilnehmer betrafen die rechtliche Umsetzung der Eigentumsstrukturen der Kooperation und insbesondere ob in Deutschland die Rechtsform der Genossenschaft eine Rolle in diesem Bereich spiele. Lohnunternehmer agieren als Vereine ohne Anlagekapital - welches bei den Landwirten verbleibt. Genossenschaften eigenen sich, falls gemeinsames Eigentum vorhanden ist oder erworben werden soll.

Aufgaben in der Zukunft:

Der Aufbau Digitaler Kompetenz muss unterstützt werden.

Man kauft heutzutage nicht mehr eine Maschine, sondern die "Betriebsbereitschaft" einer Maschine (Finanzierung, Service, Personal etc).

Inwieweit tragen die MRs zur Modernisierung der Technik bei? Die Entscheidung liegt beim Landwirt, der aber über den MR die Maschinen effizienter Auslasten kann. Eine weitere Lösung sind Maschinengemeinschaften zur Anschaffung von zB Spezialtechnik.

Die Veranstaltung stieß auf ein sehr großes Interesse seitens Vertreter regionaler Verbände von AKKOR, die sich den Wunsch äußerten, ähnliche Workshops durchzuführen und den Erfahrungsaustausch im Rahmen des Projektes "Deutsch-Russischer Agrarpolitischer Dialog" fortzusetzen.