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Workshop zum Thema „Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Entwicklung einer regionalen Marketingstrategie“

Am 25. November 2020 veranstaltete das Kooperationsprojekt „Deutsch-Russischer Agrarpolitischer Dialog“ einen Online-Workshop zum Thema „Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Entwicklung einer regionalen Marketingstrategie“. An der Veranstaltung nahmen u.a. teil: Kamijar Baitemirow, Präsident des Verbands der Landwirte und Bauernhöfe der Republik Tatarstan; Iwan Pirejew, Vorsitzender der gemeinnützigen Partnerschaft der bäuerlichen Betriebe, landwirtschaftlichen Genossenschaften und Subsistenz-Wirtschaften der Region Nowgorod „Wetsche“; Vertreter des Verbands bäuerlicher Betriebe und landwirtschaftlicher Genossenschaften Russlands (AKKOR), unter ihnen Stanislav Sankejew, Vorsitzender des Genossenschaftsrates der Region Uljanowsk, und APD-Experten aus Deutschland.

Zur Eröffnung der Veranstaltung stellte der Experte des DBV, Jens Schaps, fest, dass für den erfolgreichen Absatz landwirtschaftlicher Produkte, sei es in Deutschland wie in Russland, deren Erzeugung und Verarbeitung, eingefahrene Vertriebskanäle, Erzeugerverbände, spezifische Produkt-Anforderungen sowie der Aufbau des Internet-Handels und der Lieferdienste von immenser Bedeutung sind.

Dr. Michael Rittershofer, Geschäftsführer der TAGWERK e.G. und Projektmanager der Öko-Modellregion Mühldorfer Land, stellte die Genossenschaft als eine regionale Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft im Freistaat Bayern mit etwa 130 regionalen Biobetrieben, die TAGWERK Erzeuger, bzw. Verarbeiter sind, vor. Die Genossenschaft sei an verschiedenen Firmen beteiligt, vor allem am TAGWERK Großhandel (TAGWERK Großhandel für Naturkost GmbH), an der TAGWERK Biometzgerei sowie an verschiedenen TAGWERK Biomärkten. Der TAGWERK Förderverein e.V. leistet für die TAGWERK-Gemeinschaft wichtige ideelle Arbeit. Zu den Aufgaben der Genossenschaft gehören Weiterentwicklung und Pflege der Marke TAGWERK; Entwicklung der Transportlogistik; Lizenzvergabe an Groß- und Einzelhandelspartner, Verarbeiter und Erzeuger; Steuerung der Beteiligungen an Netzwerk-Unternehmen. In Abstimmung mit den Erzeugern wirkt die Genossenschaft auch an der Preisfindung für zertifizierte Produkte mit.

Diplom-Ingenieur Andreas Traube, Bereichsleiter Marketing Spreewaldverein e.V., referierte zum Thema „Regionale Marken: Schlüsselfaktoren bei der Entwicklung einer erfolgreichen regionalen Marketingstrategie“. Dazu führte er aus, in Brandenburg nutzten etwa 140 Unternehmen und Dienstleister die Dachmarke Spreewald. Der Jahresumsatz bei zertifizierten regionalen Spreewald-Produkten und -Dienstleistungen (davon gibt es mehr als 1350) beläuft sich auf rund 32 Millionen Euro. Im Unterschied zu Tagwerk e.G., wirkt der Spreewaldverein e.V. bei der Preisfindung für Produkte und der Absatz- bzw. Logistikentwicklung zwischen Produktion, Groß- und Einzelhandel und dem Verbraucher nicht mit.

Die russischen TeilnehmerInnen interessierten sich besonders für Fragen der finanziellen Haftung des Vereins in Produktion und Vermarktung, aber auch dafür, ob und inwieweit die landwirtschaftlichen Unternehmen den Absatz und die Distribution ihrer Produkte an die Kooperationspartner übertragen können, dies zwecks Kostenminimierung und Konzentration auf Produktion und Verarbeitung.

Die Workshop-TeilnehmerInnen dankten Tatjana Damm, stellvertretende APD-Projektleiterin, für die gelungene Organisation und Moderation der Veranstaltung, und äußerten den Wunsch nach regelmäßigem Erfahrungsaustausch zum Thema des Workshops.