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Deutsch – Russische Partnerschaft zur Entwicklung des ländlichen Raums

Im Rahmen des Deutsch – Russischen Agrarpolitischen Dialogs trafen sich die Leiter der Agenturen zur Entwicklung des ländlichen Raums des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und des Landwirtschaftsministeriums des Gebiets Uljanowsk, Russland.

Der ländliche Raum in Bayern und Uljanowsk ist von sehr unterschiedlichen Gegebenheiten gekennzeichnet. So leben in Bayern ca. 60% der Bevölkerung in ländlichen Gebieten, während dieser Anteil in Russland durchschnittlich nur 25% ausmacht. Dies erfordert jeweils angepasste Strategien in der Entwicklung der ländlichen Räume. Im Laufe des Gesprächs wurden jedoch zahlreiche vergleichbare Herangehensweisen und Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs sowie der Zusammenarbeit festgestellt. Ramil Pokrow, Leiter der Agentur für Ländliche Entwicklung des Gebiets Uljanow, stellte die Region Uljanowsk und Aktivitäten der Agentur vor. Dabei verfolgt die Region Uljanowsk sehr erfolgreich einen gut diversifizierten Ansatz zur Bereitstellung der sozialen und technischen Infrastruktur im ländlichen Raum, zur Entwicklung von Dörfern als Lebensraum sowie zur Schaffung günstiger Bedingungen für lokale Wertschöpfungsketten. Man interessierte sich auf russischer Seite vor allem für gemeinsame Projekte zur Entwicklung der lokalen Agrar- und Ernährungswirtschaft, darunter auch der ökologische Landbau und neue Wege der Vermarktung sowie für Konzepte zum Aufbau von zivilgesellschaftlichen Institutionen zur Stärkung des ländlichen Raums.

Herr Kreye, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben in Krumbach, stellte die vielfältigen Aufgaben der Agentur in Bayern vor. Mit 85% der Fläche Bayerns, 1,2 Millionen in Entwicklungsprojekte einbezogen Einwohnern, und umfassenden Eingriffen zur Schaffung einer zukunftsfähigen Agrarstruktur ist die ländliche Entwicklung in Bayern eine sehr bedeutende Aufgabe des Staatsministeriums. Als Besonderheit stellte Herr Kreye die Einbindung der lokalen Bevölkerung heraus. Dabei vereint die Agentur alle nötigen Kompetenzen in einer Institution und übt eine entscheidende Funktion in der Umsetzung der Ziele in der Bodenordnung (Flurneuordnung, Schaffung einer Kulturlandschaft mit Berücksichtigung aller Interessensgruppen), Dorferneuerung (Strukturwandel in der Landwirtschaft - ungenutzte Gebäude, leere Ortskerne, Unterstützung für Handwerk und Gewerbe im Ort), sowie der Bereitstellung der sozialen und technischen Infrastruktur aus.

Als Fazit wurde deutlich, dass Fragen der Raumordnung in Bayern eine stärkere Bedeutung einnehmen als in Uljanowsk. Gemeinsamkeiten und kongruente Herausforderungen bestehen jedoch in der Gestaltung ländlicher Räume als attraktive Wirtschafts- und Lebensräume. Hier besteht Potential für eine zukünftige Zusammenarbeit für die beide Seiten ihre Unterstützung aussprachen.