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Planungsworkshop für den Verbandsaustausch mit AKKOR und dem Workshop zum Thema „Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Erschließung neuer Absatzwege“ im Rahmen des Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialogs

Zur Fortführung der vor 10 Jahren angefangen Zusammenarbeit zwischen AKKOR und DBV fanden am 1. Oktober 2020 ein Planungsworkshop sowie eine Fachveranstaltung zum Thema „Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Erschließung neuer Absatzwege“ als Videokonferenz statt.

An der Fachtagung nahmen Dr. Jens Schaps, Experte des DBV, Oxana Awtonomowa, stellv. Geschäftsführerin des Verbands bäuerlicher Betriebe und landwirtschaftlicher Genossenschaften Russlands (AKKOR), die Vorsitzenden der AKKOR-Niederlassungen: Kamijar Bajtemirow von der Republik Tatarstan, Iwan Pireew von Nowgorod Gebiet, Tatjana Perederij von Tambower Gebiet und Alla Chmeljewa von Nowosibirsk Gebiet sowie andere Vertreter dieser Regionen teil.

Zum Anfang der Veranstaltung begrüßte Florian Amersdorffer, Leiter des Projektes „Deutsch-Russischer Agrarpolitischer Dialog“ die Möglichkeit der Weiterführung der Umsetzung der Zusammenarbeit DBV/AKKOR im Rahmen des APD. Die Partnerschaft DBV/AKKOR sei im Bereich ländliche Entwicklung eingelagert. Es sei ein großes Anliegen im Bereich der ländlichen Entwicklung eine Wertschöpfung im ländlichen Raum zu schaffen. Die Wertschöpfung solle vor Ort im ländlichen Raum stattfinden und Einkommen solle hier generiert werden. Daher laute das Thema heute, wie die Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse verbessert werden könne und wie die Marge der großen Lebensmitteleinzelhändler in den schönen ländlichen Raum fließe und wie man hier für die Betriebe neue Absatzwege erschließen könne.

Der Verbandsaustausch mit AKKOR wird durch den Experten des DBV Dr. Jens Schaps die nächste Zeit begleitet. Seiner Meinung nach sei mit dem APD eine gute Formel für die weitere Zusammenarbeit zwischen DBV und AKKOR und die Vernetzung des politischen und praktischen Teils gefunden worden. Für den DBV und für AKKOR stehen die Landwirte im Vordergrund. Die Fragen der Agrarpolitik seien sehr ähnlich.

Oxana Awtonomowa, die seitens AKKOR die Zusammenarbeit unterstützt, grüßte alle Teilnehmer von Herrn Plotnikow, der an der Teilnahme leider verhindert wurde. Während der Zusammenarbeit zwischen DBV und AKKOR, die es seit bereits etwa 10 Jahren gebe, seien 10 Pilotregionen zur wichtigen Komponente in der Entwicklung der Partnerschaft geworden. Im Rahmen des APD sei die weitere Integration der Regionen in die Arbeit möglich und der weitere gegenseitige Erfahrungsaustausch bleibe bestehen.

Nach den Grußworten wurde die Veranstaltung mit der Vorstellungsrunde fortgesetzt. Kamijar Bajtemirow ist Vorsitzender des ältesten Verbands in Russland. Während mehrmaliger Besuche nach Deutschland habe er die Produktionskultur der deutschen Produkte sowie die landwirtschaftlichen Genossenschaften kennenlernen können. In der Republik seien zurzeit etwa 200 landwirtschaftliche Absatz- und Verarbeitungsgenossenschaften sowie 6.000 bäuerliche Betriebe tätig, die 534.000 ha bewirtschaften. Die Zusammenarbeit im Rahmen des „Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialogs“ werde nur begrüßt.

Iwan Pireew ist seit gut 40 Jahren als Landwirt tätig. Vor 26 Jahren sei der eigene Betrieb mit Pflanzenzucht, Gemüse- und Kartoffelproduktion gegründet worden. In den letzten Jahren habe seine Genossenschaft ein logistisches Zentrum gebaut. 15.000 Tonnen an Produkten seien in den vergangenen sieben Jahren verarbeitet worden. In der Genossenschaft seien 15 Landwirte tätig. Der Absatz der Produkte erfolge über Handelszentren und im letzten Jahr per Internet.

Tatjana Perederij unterstrich, dass für das Tambower Gebiet, den ländlichen Raum zu entwickeln, die wichtigste Aufgabe sei. Besonders die kleineren Unternehmen etablieren sich stark in dem Bereich. Ihr Betrieb habe 2.000 Hektar Brachland in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Drei Treibhäuser seien gebaut worden mit Gurkenproduktion und Apfelverarbeitung als neuer Sparte. Sie habe in Deutschland sehr gute Erfahrungen gesammelt, die sie in Russland umzusetzen versucht habe. Die Erfahrungen aus Deutschland seien sehr wichtig, auch im Hinblick auf die Entwicklung regionaler Marken.

Alla Chmeljewa hat die Stelle erst vor einem Jahr angetreten. Die Niederlassung, die sie leitet, werde in diesem Jahr 30 Jahre alt. Die wichtigste Aufgabe sei die Beratung, vor allem was juristische Angelegenheiten und Buchhaltungsfragen betrifft. Der wesentliche Schwerpunkt sei die Zusammenarbeit mit Kompetenz- und Informationszentren.

Im Weiteren bestimmten die Teilnehmer des Planungsworkshops die wichtigsten thematischen Handlungsfelder. Dazu gehören u.a. Herausforderungen bei Betriebsmodernisierungen für mehr Ökologie und Ressourcennachhaltigkeit; Förderung regionaler Märkte; Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie für landwirtschaftliche; Unterstützung für Junglandwirte und Existenzgründer; Rahmenbedingungen im Zu- und Nebenerwerb; Verbesserung der Position der Landwirte in der Wertschöpfungskette; „Know-how-Transfer“ bzw. Auf- und Ausbau von landwirtschaftlichen Kompetenz-/ Beratungszentren; Integration der Partnerschaft DBV-AKKOR in den Schwerpunktbereich „Ländliche Entwicklung“ und gezielte Evaluierung von Schnittstellen zu den weiteren Schwerpunktbereichen „Nachhaltige Landwirtschaft“ sowie Digitalisierung & Innovationen“

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden die Fragen der Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Erschließung neuer Absatzwege diskutiert. Der Hauptvortrag zum Thema wurde von Herrn Schaps gehalten.

Die Frage der Vermarktung sei der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Eine effiziente und erfolgreiche Vermarktung der landwirtschaftlichen Rohproduktion garantiere den Landwirten und den ländlichen Räumen insgesamt eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Das Thema sei sehr weit gefächert und nicht alle Aspekte seien in dem Beitrag abgedeckt worden. Aber diese Veranstaltung solle nicht die einzige zur Thematik bleiben.

Zunächst wurden die verschiedenen Stufen der Vermarktung angesprochen sowie ein Blick darauf geworfen, wo welche Funktionen in der Absatzkette angesiedelt sind. Anschließend wurden Anforderungen an den Einzelbetrieb erörtert, die bei einer Umstellung auf Selbstvermarktung erforderlich sind. Die Vermarktung gemeinschaftlich zu organisieren mache in den meisten Fällen Sinn. Es wurde vorgestellt, welche Möglichkeiten es gibt und vor allem auch, welche Fördermittel in einigen Regionen für solche Projekte zur Verfügung stehen. Im Anschluss wurden die Herkunftsbezeichnungen und Qualitätssiegel dargestellt. Der Beitrag wurde mit den Erfahrungen aus dem Absatz während der Corona Pandemie abgeschlossen.

Am Ende der Veranstaltung wurden u.a. die folgenden Vorschläge zur Diskussion im Rahmen der nächsten Veranstaltung gestellt: Bereitstellung von Online-Diensten durch Supermärkte und Einzelhandelsgeschäfte; Getreideaufzüge zur Verarbeitung und Lagerung von Getreide; Absatzgenossenschaften- Erfahrungen aus Deutschland.