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Feierliche Veranstaltungen zum 240. Jubiläum der Moskauer Staatlichen Universität für Bodenordnung

Anlässlich des 240. Jubiläums der Moskauer Staatlichen Universität für Bodenordnung lud die Hochschule, ein langjähriger und sehr enger Partner des APD, das Team des Projekts sowie einen Kurzzeitexperten aus Deutschland zu seiner Festveranstaltung und zwei Fachkonferenzen für Bodenpolitik ein.

Rektor Sergej N. Wolkow begrüßte die Teilnehmer der Plenarkonferenz am 30. Mai, an der etwa 150 Teilnehmer aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung teilnahmen, darunter auch APD-Projektleiter Martin Schüßler und der Experte für Fragen der Flurneuordnung im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wolfgang-Günther Ewald.

Rektor Wolkow hob hervor, dass die Fachbereiche Landvermessung, -erfassung und Flächenverwaltung, Rekultivierung, Dekontamination, Landschaftsanlage sowie Bauplanung in ihrer grundlegenden Bedeutung für die Entwicklung der Agrarwirtschaft und des Landes insgesamt nichts von ihrer Relevanz eingebüßt hätten. Bei der Konferenz wurde die langjährige Tradition und hervorragende Leistung der Moskauer Staatlichen Universität für Bodenordnung in Forschung und Lehre sowie in der Fachexpertise der politischen Beratung gewürdigt.

Die nachfolgenden Vorträge gaben einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen der Bodenpolitik vor dem Hintergrund der Digitalisierung, rechtsbegrifflicher Abgrenzungen und behördlicher Kompetenzzuordnungen.

Wolfgang-Günther Ewald betonte in seinem Vortrag die Relevanz eines funktionierenden Kataster- und Grundbuchwesens mit einer umfassenden Erfassung der Boden- und Grundstücksflächen sowie der damit verbundenen Eigentumsrechte. Das Aufgabengebiet der Flurneuordnung umfasse in Deutschland heutzutage neben Maßnahmen gegen die Grundstückszersplitterung auch Aktivitäten zur ressourcenschonenden Infrastrukturentwicklung, zu Hochwasserschutz, Erosionsvorbeugung sowie zum Erhalt und Ausbau ökologischer Flächen als Kompensation für Baumaßnahmen. Damit verbunden seien eine effektivere Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen sowie Mechanismen zur Konfliktlösung bei Zielkonflikten verschiedener Akteure. Erfolgreich sei das Konzept der Flurneuordnung, da seine Funktionen in einer Behörde gebündelt werden.

Am 1. Juni konzentrierte sich Wolfgang-Günther Ewald bei seinem Vortrag am Institut für vergleichende Rechtswissenschaften und Expertise des Ministerkabinetts der Russischen Föderation auf die Rolle der Flurneuordnung unter ökologischen Aspekten. Er betonte dabei, dass Ökonomie und Ökologie in der langen Frist keine Zielkonflikte darstellten, sondern sich gegenseitig ergänzten. Bodenflächen seien ein kostbares Gut, dessen Knappheit in Deutschland in den letzten Jahren der Öffentlichkeit besonders bewusst geworden sei. Der sorgsame Umgang mit dieser Ressource schaffe einen Raum für Innovationen und erhalte die Lebensgrundlagen auch für nachfolgende Generation, indem unbeabsichtigten schädlichen Auswirkungen, wie z.B. übermäßige Wasserableitung infolge von Flächenversiegelung vorgebeugt werde.

Bei einem anschließenden Mittagessen mit der Leitung des Instituts für vergleichende Rechtswissenschaften wurde dem APD für die langjährige gemeinsame Kooperation und die Teilnahme an der Vortragsreihe gedankt und der Wunsch nach einem weiteren Austausch in der Zukunft geäußert.

Das Thema Bodenpolitik bleibt somit auch in der Zukunft ein wichtiges Thema der deutsch-russischen Kooperation im Agrarbereich.