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Russland-Fachveranstaltung „Zukunft Effizienz – Deutschland und Russland als Anwender moderner und digitaler Agrartechnologien”

Die Podiumsdiskussion „Zukunft Effizienz – Deutschland und Russland als Anwender moderner und digitaler Agrartechnologien“, die der Deutsch-Russische Agrarpolitische Dialog am 18. Januar gemeinsam mit dem russischen Landwirtschaftsministerium und der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ostausschuss-Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft organisierte, stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Dabei wurden Potenziale und Herausforderungen einer deutsch-russischen Modernisierungspartnerschaft im Agrarbereich diskutiert.

Der stellvertretende russische Agrarminister Iwan Lebedew gab einen ausführlichen Überblick über die staatlichen Hilfen für die Landwirtschaft und stellte die Programme zur Digitalisierung des Sektors vor, die mit klangvollen Titeln wie „Effizienter Hektar“ darauf abzielen, die landwirtschaftlichen Akteure, Behörden und Logistikunternehmen digital zu vernetzen. „Um bessere Ergebnisse zu erzielen, suchen wir nach neuen Technologien“, so Lebedew. Chancen für deutsche Anbieter sieht er vor allem bei Spitzentechnologien, so z.B. in der Saatgutentwicklung. In anderen Bereichen wolle man „eigene Ressourcen nutzen“.

Der parlamentarische Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium Michael Stübgen begrüßte ausdrücklich die hochrangige russische Beteiligung an der Grünen Woche. Er wies auf Sorgen westlicher Investoren hin, die einen Zielkonflikt zwischen der Agrar- und Industriepolitik in Russland offenbarten. So gebe es neue Lokalisierungsanforderungen für Traktoren zu Lasten ausländischer Anbieter. Für Investitionsentscheidungen seien dagegen berechenbare Rahmenbedingungen oft wichtiger als Subventionen, so Stübgen mit Blick auf die russische Agrarpolitik.

In der anschließenden Diskussionsrunde, die vom Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft des Ostausschusses-Osteuropavereins der deutschen Wirtschaft Torsten Spill geleitet wurde, berichteten Vertreter deutscher Tier- und Pflanzenproduzenten sowie Landtechnikhersteller über ihre Erfahrungen auf dem russischen Markt und digitale Anwendungsmöglichkeiten, wie den Drohneneinsatz, die satellitengestützte Überwachung von Feldern sowie die Übermittlung von Standort- und Leistungsdaten von Maschinen an die Landwirte.

Bei all diesen Anwendungsmöglichkeiten spielen Fragen des Datenschutzes eine wichtige Rolle. Dass Russland spät mit der Modernisierung gestartet ist, könnte sich nach Meinung von Vizelandwirtschaftsminister Lebedew nun auszahlen: „Wir können die neuesten Technologien anwenden,“ sagte er: „Das gibt uns einen Wettbewerbsvorteil.“