<< zurück

Internationales wissenschaftliches Jugendforum "Agrarwissenschaft in der innovativen Entwicklung des Agrar-Industrie-Komplexes", Agraruniversität Belgorod

Am 27. und 28. November fand an der Staatlichen Gorin-Agraruniversität Belgorod mit Unterstützung des föderalen Landwirtschaftsministeriums das jährlich stattfindende Jugendinnovationsforum statt, dieses Mal unter dem Motto „Agrarwissenschaften in der innovativen Entwicklung des Agrarsektors“. Rektor Alexander Wladimirowitsch Turjanskij begrüßte Irina Sutugina als Vertreterin des Russischen Landwirtschaftsministeriums, den Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialog sowie Vertreter und Nachwuchswissenschaftler von 35 russischen Agraruniversitäten und -hochschulen. In seinem Grußwort dankte Rektor Turjanskij dem APD ausdrücklich für seine Teilnahme an dem Forum und betonte die Bedeutung der jungen Nachwuchswissenschaftler für die künftige Entwicklung des Agrarsektors in Russland. Er wies auch auf die traditionell engen Kontakte seiner Hochschule zu Deutschland hin und äußerte den Wunsch, dass diese weiterhin so eng bleiben mögen.

Irina Sutugina vom MCX betonte in ihrem Grußwort ebenfalls die große Bedeutung der Zusammenarbeit russischer Agrarhochschulen mit Deutschland: Zwischen russischen und deutschen Agrarhochschulen sind derzeit 51 Hochschulpartnerschaften aktiv, so viele wie mit sonst keinem anderen Land. Das Ministerium verfolge das Ziel, in den nächsten fünf Jahren die Zahl ausländischer Studierender in Russland zu verdoppeln. Weiterhin sollen gemeinsam mit 39 Hochschulen Konsortien gegründet werden, die den Export von Wissen und Know How ins Ausland fördern sollen.

Bei der Konferenz stellten junge Nachwuchswissenschaftler dem Publikum jeweils ihre Forschungsprojekte in den Bereichen Tierhaltung, Pflanzenzucht und technische Innovationen vor.

Der APD war mit der Expertin Ingeborg Bauer vertreten, der Leiterin der Bayerischen Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Dieser obliegen u.a. die Aus- und Fortbildung der Bediensteten im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Erarbeitung von Grundlagen für Landwirtschaftsverwaltung und Unterricht sowie die Erarbeitung methodischer und didaktischer Grundlagen für die Landwirtschaftsberatung.

In ihrem Vortrag legte Frau Bauer viel Wert auf die Feststellung, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sei, sondern als Instrument (mit natürlichen Grenzen) im Bereich des Wissenstransfers einen wertvollen Beitrag leisten könne. Dieser müsse immer wieder erprobt und, soweit notwendig, entsprechend nachjustiert werden. Daraus ergebe sich, dass die Ebene der praktischen Anwendung in eine ständige Feedbackschleife integriert werden müsse. Wissenstransfer heiße nicht einseitig Wissensvermittlung top down in dem Sinne, die Praxis müsse das vermittelte Wissen einfach anwenden. Vielmehr komme es auf eine Bewährung in der Praxis an, die zu berücksichtigen eine wichtige Aufgabe bei der Weiterentwicklung und Weitervermittlung von Wissen sei. Wissenstransfer sei in diesem Zusammenhang als ein Kreislaufmodell zu verstehen. (Die Präsentation von Frau Bauer zum Thema „Innovative Formen des Wissenstransfers im Agrarsektor“).

Projektleiter Martin Schüßler stellte in seinem Vortrag das allgemeine Aktivitätsprofil des APD vor und ging auf Hintergründe und Erfolge der bilateralen Kooperation zwischen Deutschland und Russland ein. Er verwies auf die Schwerpunktaktivitäten, zu denen traditionell auch die Förderung von Partnerschaften im Hochschulwesen, die Kooperation in Forschung und Wissenschaft sowie regionale Agrarpartnerschaften gehören und betonte die Bereitschaft des APD zur Unterstützung russischer Regionen und Agrarhochschulen bei der Anbahnung und Pflege von Partnerschaften sowie zur Gewinnung von Fachexpertise aus Deutschland.