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Treffen der Agrarminster. Runder Tisch zu Praktikantenprogrammen

Landwirtschaftsminister von Russland und Deutschland Elena Skrynnik und Ilse Aigner unterzeichneten ein Memorandum über die künftigen Schwerpunkte der Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft der Russischen Föderation und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des bilateralen Kooperationsprogramms des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

Das Dokument wurde nach der Sitzung des Agrarausschusses „Russland-Deutschland“ am 14. März in Moskau unter dem Vorsitz der Minister für Landwirtschaft Elena Skrynnik und Ilse Aigner der Russischen Föderation und Deutschland unterzeichnet.

Das Memorandum sieht vor, die Bereitstellung von Informationen und Beratung zu aktuellen agrarpolitischen und rechtlichen Fragen im Rahmen des Projekts "Deutsch-Russischer agrarpolitischer Dialog» (APD) sowie Kooperationen mit Unternehmen (WKO) zu unterstützen. Zu den wichtigsten Themen der Beratung gehören Bodenrecht, Zusammenarbeit im Bereich der tierischen Erzeugung, die Entwicklung der Bioenergie und ländlichen Räume, die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit, der Verbraucherschutz, die Zusammenarbeit im Bereich der Tierhaltung, Bildung und Forschung.

Im Rahmen des Kooperationsprogramms BMELV werden in Russland fünf Projekte umgesetzt: die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Regionen der Republik Tschuwaschien, Modernisierung der Milcherzeugung und Milchverarbeitung in der Region Kaliningrad, die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Bauernverband (DBV) und der Assoziation der bäuerlichen Betriebe und Genossenschaften Russlands (AKKOR), ein WKO Projekt der Entwicklung der Viehzucht in der Region Woronesch, ein dreiseitiges Projekt (mit der Ukraine) für erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe.

Landwirtschaftsministerin Elena Skrynnik betonte, dass die Entwicklung der russisch-deutschen Beziehungen in dem Agrar-und Lebensmittelbereich eine der Prioritäten der staatlichen Politik ist. Bis heute ist Deutschland der größte Anbieter von Landmaschinen, einer der wichtigsten Importeure von Zuchtvieh des Milchviehs nach Russland. (http://www.mcx.ru/)

In Fortführung der Veranstaltungen im Rahmen des offiziellen Besuchs der deutschen Delegation fand ein Runder Tisch über den Beitrag der BMELV-Programme zur Aus- und Weiterbildung im Agrarsektor Russlands statt. An dem Runden Tisch haben u.a. teilgenommen: darunter aus Russland – der Staatssekretär für Landwirtschaft der Russischen Föderation A.W. Petrikov, Mitglied des Föderationsrates, Präsident der Assoziation der bäuerlichen Betriebe und Genossenschaften Russlands (AKKOR) Vladimir Plotnikov, der Leiter des Sekretariats des Agrarausschusses der Staatsduma N.I. Kalinin.

Von Seiten des BMELV Deutschland – der Leiter der Unterabteilung „Internationale Zusammenarbeit, Welternährung“ F.Wacker, der Leiter des Referates „Internationale Projekte, Twinning“ G. Beger, der Leiter des Referates „Einzelbetriebliche Förderung, Bildung“ Dr. K. Wessels, der Projektleiter des „Deutsch-Russischen agrarpolitischen Dialogs“ (APD) Dr. H.Hoppe. Außerdem: Absolventen der BMELV-Praktikantenprogramme, Vertreter der Wirtschaft. Der Moderator des Runden Tisches war der Sprecher der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft und Vorstand der Südzucker AG Dr. T.Kirchberg.

Während des Runden Tisches konnten die Absolventen ihre Eindrücke, die sie zu Zeiten ihres Aufenthalts in Deutschland gewonnen haben, austauschen. Alle Auszubildenden waren sich einig, dass das Praktikum einer der bestimmenden, positiven Momente in ihrer beruflichen Entwicklung war. Darüber hinaus kam zum Ausdruck, dass auch in der Zukunft die Fortsetzung der BMELV-Programme zur Aus- und Weiterbildung eine zusätzliche positive Impulse für die Entwicklung der Landwirtschaft in Russland geben kann.

Die Vertreter der deutschen Wirtschaft in Russland haben ihre Meinung darüber ausgedrückt, wie die Wirtschaft von den Programmen profitiert und welche Anforderungen an die Absolventen gestellt werden. Zunächst einmal, betonten sie die hohe Nachfrage nach Absolventen in ihren Betrieben.

Der Vorsitzende des APOLLO e. V. F.Amersdorffer stellte ein neues Kooperationsprojekt Aus- und Weiterbildung für Absolventen und Lehrkräfte der Agrar- und Ernährungswirtschaft in den Ländern Russland, Ukraine und Belarus“ vor. Der Leiter von "Deutsch-Russischem agrarpolitischem Dialog» (APD) Dr. H.Hoppe kennzeichnete die Perspektiven und Möglichkeiten von Bildung und Ausbildung im Rahmen des Projekts.

Am Runden Tisch gab es eine lebhafte, konstruktive Diskussion über die Notwendigkeit der Praktika nicht nur in Deutschland sondern auch in Russland, über die möglichen Potenziale der Umsetzung von Programmen zum Austausch von Praktikanten, über die Chancen auf spätere berufliche Beschäftigung von Absolventen, sowie die Bedeutung eines solchen praktischen Erfahrungsaustausches für die landwirtschaftliche Entwicklung der beiden Ländern.

Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Staatssekretär A.W. Petrikov eine lange Geschichte der nutzreichen Entwicklung der russisch-deutschen Beziehungen, vor allem ihre kulturelle Dimension. Die bestehenden Programme, sagte er, haben ihre bedingungslos positiven Ergebnisse, jedoch wäre zu empfehlen, auch nach anderen Wegen ihrer effektiveren Umsetzung zu schauen. Zum Beispiel, noch vor dem Praktikum eine dreiseitige Vereinbarung: Praktikant - Veranstalter des Praktikums – der zukünftige Arbeitgeber, zu treffen. Von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Modernisierung der Landwirtschaft sind die Qualität der Vorbereitung junger Fachleute und die Qualität der Ausbildung. Aus diesem Grund bietet sich die Fortsetzung dieser Diskussion mit Vertretern von Hochschulen, Unternehmen aus verschiedenen Regionen der Russischen Föderation in einem anderen Format, zum Beispiel in Form eines Forums an.

Tatjana Damm