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Russischer Milchmarkt im Jahr 2017: Zwischen Produktionssteigerung und Konsumrückgang

Die Entwicklung des russischen Milchmarktes im Jahr 2017 war durch Produktionssteigerung und Konsumrückgang geprägt, so die Analyse des Institutes für Agrarmarktkonjunktur (ИКАР). Den Schätzungen der Experten zufolge haben landwirtschaftliche Erzeuger aller Organisationsformen im Jahr 2017 insgesamt 31,0 – 31,1 Millionen Tonnen Milch produziert (+ 1,0 % gegenüber dem Jahr 2016). Darunter entfielen 50 % des gesamten Produktionsvolumens auf landwirtschaftliche Organisationen (juristische Personen), 43 % auf private Nebenwirtschaften der russischen Bevölkerung und weitere 7 % auf bäuerliche Betriebe. Dabei haben die Milchviehhalter im Jahresvergleich 2,5 % mehr Milch zur Verarbeitung abgeliefert (+ 0,5 Millionen Tonnen).

Die Experten führen diese Steigerung der gelieferten Milchmenge auf die Erhöhung der Milchleistung je Kuh sowie auf die Inbetriebnahme einer Reihe großer Milchviehanlagen zurück. So nahm 2017 die durchschnittliche Milchleistung je Kuh im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 % auf 6.200 Kilogramm zu. In letzten drei Jahren haben die russischen Landwirte dabei einen deutlichen Zuwachs in Höhe von 26 % erzielt. Darüber hinaus hat sich der Bestandsrückgang bei Milchkühen spürbar verlangsamt. Im Jahr 2017 ging der Milchkuhbestand nach vorläufigen Schätzungen nur um 0,2 % zurück (2016: minus 0,8 %; 2015: minus 1,5 %; 2014: minus 2,8 %).

Gleichzeitig beeinflusste eine weitere Schwächung des Realeinkommens der russischen Bevölkerung die Konsumnachfrage nach allen Lebensmitteln negativ, darunter auch nach Milcherzeugnissen. Diese Marktsituation nötigte die Molkereien sich auf Herstellung von Dauermilchprodukten umzustellen. So nahm die Produktion von Butter um 7,5 % auf 266.000 Tonnen zu, von Käse um 6,9 % auf 641.000 Tonnen, von Milchpulver um 24,3 % auf 146.600 Tonnen, von Trockenrahm um 16 % auf 145.500 Tonnen und von Molkepulver um 16,5 % auf 140.000 Tonnen. Diese Erzeugnisse haben teilweise keine Nachfrage gefunden, was zur Bildung großer Warenvorräte führt. Aufgrund dieser Trends erwarten die Experten für das Jahr 2018 einen Rückgang der Rohmilchpreise.

Quelle: Website Milknews.ru http://milknews.ru/index/novosti-moloko_16012.html