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Agrarmärkte zum Jahreswechsel 2017/18: Entwicklungen und Prognosen

Nach einer Erholungsphase seit 2016 stehen die Erzeugerpreise in wichtigen Agrarmärkten zur Jahreswende 2017/18 tendenziell wieder unter Druck, vor allem bei Milch, Schweinen und auch Weizen. Weizenexporte aus der EU verlaufen bisher ungewohnt schleppend, was den hiesigen Getreidemarkt unter Druck setzt.

Die starke Konkurrenz aus der Schwarzmeerregion, allen voran aus Russland, erschwert den Export aus der EU. So wurden seit Juli 2017 lediglich 9 Millionen Tonnen Weizen aus der EU-28 exportiert – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Höhe von 25 Prozent. Zur Jahreswende liegt der Brotweizenpreis in Deutschland mit knapp 150 Euro pro Tonne auf Vorjahresniveau. Die Futtergetreidepreise verzeichnen dagegen aufgrund der regen Nachfrage der Mischfutterindustrie ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung der Getreidepreise in 2018 dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die Exportnachfrage entwickelt und inwieweit diese aus Deutschland bedient werden kann.

Nach zwei schwierigen Jahren in 2016 und 2017 hatten die deutschen wie europäischen Schweinemäster deutlich verbesserte Erzeugerpreise, die sich zum Jahresende 2017 jedoch wieder verschlechterten. In Deutschland dürften die durchschnittlichen Preise für Schweine der Handelsklasse E im Jahr 2017 im Jahresdurchschnitt bei rund 1,63 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht liegen. Damit wäre das Niveau des Vorjahres um 14 Cent je Kilogramm oder gut 9 Prozent übertroffen. Die Zeit drängt, denn für 2018 rechnen Marktexperten mit schwächeren Preisen.

Für den Milchmarkt prognostizieren Marktexperten für 2018 einen Rückgang der Erzeugerpreise. Aktuell liegen die Milchpreise für die Milchbauern über dem langjährigen Mittel von 32,4 Ct/kg (bei 4,0 % Fett). Zum Jahreswechsel 2017/18 dürften die Erzeugerpreise im Bundesdurchschnitt bei 39 Ct/kg liegen. Doch einige Molkereien haben ab Anfang 2018 bereits einen Rückgang der Erzeugerpreise um 4 bis 5 Ct/kg angekündigt.

Quelle: Deutscher Bauernverband http://www.bauernverband.de/agrarmaerkte-zum-jahreswechsel-2017/18-teilweise-unter-druck