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Entwicklung des ökologischen Landbaus in der Region Jaroslawl

Zur Fortsetzung der Kooperation im Bereich der ökologischen Landwirtschaft im Rahmen des „Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialogs“ besuchte der unabhängige Experte Harald Ulmer vom 24. bis zum 26. April das Gebiet Jaroslawl. Im Auftrag des Projekts unterstützt der Experte die russischen Kollegen bei der Erstellung eines Entwicklungsprogramms für den ökologischen Landbau, das sich an den Erfahrungen aus Deutschland und vor allem am Programm BioRegio Bayern 2020 orientiert.

Am 25. April fand ein Workshop mit Vertretern der Abteilung für Agrarwirtschaft und Verbrauchermärkte der Regierung des Gebiets Jaroslawl und der Leitung der regionalen Agrarakademie statt. Während der Diskussion wurden die wesentlichen Bausteine des regionalen Entwicklungsprogramms zusammenfassend vorgestellt und diskutiert, die als Grundlage des Programms bilden sollten. Die endgültige Fassung des Pilotprogramms wird im Oktober 2018 im Rahmen des Goldenen Herbstes auf der traditionellen Konferenz zum Thema Ökolandbau präsentiert.

Im Gespräch diskutierten die Teilnehmer die Möglichkeit der Gründung eines föderalen Informations- und Beratungszentrums zum ökologischen Landbau auf Basis der Jaroslawler Agrarakademie. Beim Aufbau dieses Kompetenzzentrums sollen die Erfahrungen des Kompetenzzentrums Ökologischer Landbau im Rahmen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft berücksichtigt werden.

Am 26. April wurden in einer Vorlesung für Studenten und Dozenten der Akademie, die sich für den Ökolandbau interessieren, die Grundlagen des Regionalen Entwicklungsprogramms für den Ökolandbau am Beispiel von Bayern vorgestellt (die Präsentation zum Thema finden Sie hier). Der Erfolg des regionalen Bio-Sektors besteht nach der Ansicht des Experten in der engen Zusammenarbeit von regionalen Akteuren, die an seiner Entwicklung interessiert sind. Zu den wichtigsten Gliedern in dieser Kette gehören Vertreter der Politik und Behörden, Erzeuger und Verarbeiter sowie Verbraucher.

Am Ende des Plenums entstand eine lebendige Diskussion zur Rolle des ökologischen Landbaus, zu Folgen und Auswirkungen einer intensiven Landwirtschaft, einer zunehmenden Bevölkerung und ihrem Interesse an gesunden und sicheren Lebensmitteln, zum Potenzial der ökologischen Landwirtschaft als Möglichkeit der Bewirtschaftung und zu Karriereperspektiven für junge Menschen, die sich für den Ökolandbau entschieden haben. Die interessantesten Vorschläge sollen bei der Ausarbeitung des Regionalen Entwicklungsprogramms der Region Jaroslawl berücksichtigt werden.

Insbesondere das abschließende Gespräch mit jungen Fachkräften hat deutlich gezeigt, dass die Interessen und Fragen der russischen Studenten Parallelen zu den Fragen und Problemstellungen aufweisen, die auch an den Universitäten in Deutschland diskutiert werden. Treffen in diesem Format geben der Entwicklung der bilateralen Beziehungen auch auf regionaler Ebene neue Impulse und laden ein zu einem gegenseitig gewinnbringenden Austausch von Studenten zwischen Bildungseinrichtungen beider Länder.