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Forum des Russischen Landjugendverbands im Rahmen der Deutschen Woche in St. Petersburg vom 18. bis 25.04.2018.

Vom 18. Bis zum 26. April 2018 fand in St. Petersburg die 15. Deutsche Woche statt, dieses Mal mit dem Bundesland Bayern als offiziellem Partner. In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Deutsche Woche St. Petersburg zu einer erfolgreichen Plattform zur Vertiefung der deutsch-russischen Zusammenarbeit auf vielen Gebieten, darunter in den Bereichen Wirtschaft, nBildung und Kultur. Im Rahmen der Deutschen Woche wurden mehr als 60 Veranstaltungen organisiert, die ihren Teilnehmern einen Blick auf aktuelle und interessante Ereignisse in Russland und Deutschland eröffneten.

Auch nahmen angehende Junglandwirte an der Deutschen Woche teil, Mitglieder der Bayerischen Jungbauernschaft, von denen viele zum ersten Mal Russland besuchten. Eine wichtige Veranstaltung im Rahmenprogramm dieser Gruppe war die Podiumsdiskussion zum Thema „Bayerische und Russische Bauern im Dialog“, die von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie dem Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialog organisiert wurde.

Moderiert wurde die Diskussion vom Projektleiter des Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialogs Martin Schüßler. Begrüßt wurden die Teilnehmer darüber hinaus vom Leiter der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer Dr. Christian Altmann sowie von der stellvertretenden Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in St. Petersburg Ute Katzsch-Egli.

In seinem Einführungsvortrag stellte der Vorstand des Leningrader Regionalverbands des Russischen Landjugendverbands Michail Konowalow sich und seinen Verband kurz vor und ging auf die aktuelle Situation in der russischen Landwirtschaft sowie staatliche Fördermaßnahmen am Beispiel des Programms „Leningrader Hektar“ vor. Dieses Programm, in dessen Rahmen Existenzgründer jeweils 3 Millionen Rubel erhalten können, stieß bei den Gästen auf besonderes Interesse.

Der Landesvorsitzende des Bayerischen Landjugendverbands Georg Rabl dankte den Organisatoren für die Einladung und dem Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialog für die Unterstützung und Organisation des Rahmenprogramms. Er stellte ebenfalls die Struktur, Aufgaben und grundlegende Tätigkeitsgebiete des Bayerischen Landjugendverbands und seiner regionalen Arbeitsgruppen vor, die unter anderem Agrarpolitik und Jugendförderung, internationale Zusammenarbeit und die Entwicklung ländlicher Gebiete beinhalten.

Während der Diskussion erörterten die Teilnehmer auch Fragen der Binnenmarktentwicklung und Exportförderungsmöglichkeiten sowie staatliche Fördermaßnahmen im Allgemeinen und im Besonderen die klein- und mittelständischen Unternehmen betreffend. Auch wurden mögliche Maßnahmen zur Reputationssteigerung der Landwirtschaft in der Gesellschaft sowie zur Erhaltung und Weiterentwicklung der ländlichen Kultur besprochen.

Gemeinsam mit ihren russischen Kollegen besuchten die Gäste aus Bayern den landwirtschaftlichen Betrieb von Garo Mnazakanjan in Agalatowo, ca. 40 Kilometer nördlich von St. Petersburg, auf dem sieben Familienmitglieder sowie acht Angestellte beschäftigt sind. Der Betrieb befindet sich auf Wachstumskurs, weist aktuell einen Tierbestand von 120 Holstein-Rindern sowie etwa 1000 Romanov-Schafen auf, produziert etwa 510 Tonnen Milch pro Jahr und verarbeitet diese in einer eigenen kleinen Molkerei u.a. zu saurer Sahne, verschiedenen Käsesorten, Quark und weiteren Milchprodukten. Die Gäste wurden von den Gastgebern zu einer Degustation dieser verschiedenen vor Ort erzeugten Produkte eingeladen.

Während der Betriebsbesichtigung wurden verschiedene Aspekte der praktischen Betriebsführung diskutiert – von den klimatischen Bedingungen über Pacht- und Flächenpreise, künstliche Besamung und Klauenpflege, Erntemengen und –qualität, staatliche Fördermaßnahmen, Arbeitsabläufe bis hin zu Tierkrankheiten und die Bedrohung durch Wölfe und Wildschweine.

Der Besuch der Bayerischen Jungbauernschaft in Russland und ihre Teilnahme an den Veranstaltungen der Deutschen Woche St. Petersburg war eine wichtige Gelegenheit zu einem offenen Dialog, zur Kontaktpflege unter jungen Menschen und zu einem Erfahrungsaustausch auf ihrem Gebiet . Er zeigte auch den Wunsch der jungen Menschen zu einer aktiveren Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.