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„Perspektiven für Wachstum – Deutschland und Russland in der globalen Ernährungssicherung“ im Rahmen der Grünen Woche

Am 19. Januar 2018 fand im Rahmen des Fachprogramms der Internationalen Grünen Woche eine Podiumsdiskussion zum Thema „Perspektiven für Wachstum – Deutschland und Russland in der globalen Ernährungssicherung" statt. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Ministerium für Landwirtschaft der Russischen Föderation, dem Deutsch-Russischen Agrarpolitischen Dialog und der Arbeitsgruppe Landwirtschaft beim Ostausschuss der deutschen Wirtschaft. Die Podiumsdiskussion stieß bei den Vertretern der Branche in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf reges Interesse. Mehr als 150 Zuhörer nahmen an der Veranstaltung teil.

Im Namen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft begrüßte der Leiter der Abteilung für EU-Politik, Internationale Zusammenarbeit und Fischerei Dr. German Jeub die Teilnehmer. In seinem Grußwort betonte er besonders die Rolle Russlands und seines landwirtschaftlichen Potenzials für die Gewährleistung der globalen Ernährungssicherung. Auch gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass die politischen Schwierigkeiten, die mit den gegenseitigen Sanktionen verbunden sind, bald überwunden und durch eine langfristige Zusammenarbeit ersetzt werden können. „Russland, Deutschland und die Europäische Union vereint mehr, als sie trennt“, betonte Jeub.

Den Impulsvortrag hielt der stellvertretende Landwirtschaftsminister der Russischen Föderation Jewgenij Gromyko. Seinen Ausführungen zufolge gelinge Russland heutzutage eine vollständige Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln. Auch verfüge Russland über ein bedeutendes Entwicklungspotenzial in der landwirtschaftlichen Produktion für die Sicherstellung der globalen Ernährungssicherheit. Während Russland früher zu den größten Importeuren landwirtschaftlicher Erzeugnisse gehörte, so wandle es sich jetzt Schritt für Schritt zu einem Hauptexporteur. Der russische Agrarsektor entwickle sich besonders attraktiv für Investoren. Allein im Jahr 2017 betrugen diese umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro. Im Hinblick auf die Perspektiven der bilateralen Zusammenarbeit betonte Vizeminister Gromyko besonders die wichtige Rolle Deutschlands als Partner auf dem Gebiet der Herstellung innovations- und technologieintensiver Produkte sowie auf dem Gebiet der Weiterverarbeitung. „Wir sind überzeugt, dass wir in der partnerschaftlichen Kooperation mit Deutschland viel erreichen können.“, so Jewgenij Gromyko.

In der Diskussion, die vom Co-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft beim Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft Torsten Spill geleitet wurde, erörterten die Teilnehmer Fragen der Lokalisationsvorschriften bei der Produktion in Russland, die Investitionsrahmenbedingungen im Agrarsektor Russlands sowie die Schaffung günstiger Voraussetzungen für die Saatgutentwicklung und Sortenzucht. Nach den Worten von Stefan Dürr, des geschäftsführenden Gesellschafters und CEO der Ekosem-Agrar GmbH, sowie Geschäftsführer der russischen Tochtergesellschaft Ekoniva, sind die Voraussetzungen für Investitionen in Russland sowie die allgemeinen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft nicht schlechter als in anderen bedeutenden Ländern der Welt. Ferdinand Schmitz, Geschäftsführer der German Seed Alliance, fand für die Saatgutentwicklung und Sortenzucht sowie für das Geschäftsklima in Russland ebenfalls lobende Worte. Aus Sicht von Ralf Dieter Bendisch, des Generaldirektors CLAAS Krasnodar, tendiert der Bereich der Landwirtschaftstechnik ungeachtet dessen, dass der Agrarsektor in Russland insgesamt offen für Investitionen ist, dagegen an einigen Stellen zu Protektionismus.